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Leben nach der Querschnittslähmung

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Ratgeber für behinderte und pflegebedürftige Menschen. Ein Wegweiser.

24 von dort über die

24 von dort über die heute von Motorradfahrern so stark frequentierten Serpentinen zurück nach Eisenstadt. Diese 14,5 km sollte ich noch viele hunderte Male laufen und es ist eine der schönsten Strecken, die man sich vorstellen kann. Ein wunderschöner Laubwald, weicher Boden, hie und da trifft man auf Wildschweinspuren und nicht selten auf Wildschweine selbst. An diesem ersten Tag auf der neuen Strecke fühlte ich mich wie ein Anfänger, viel zu langsam für meine Trainingsbegleiter, auf deren Waden man jede Sehne erkennen konnte und meine Lungen drohten zu bersten. Doch ich wurde schneller und jeder Schritt wurde für mich in den Monaten danach leichter. Auch mein Körper veränderte sich und meine Oberschenkel und Waden passten sich auch optisch den neuen Herausforderungen an. Nach einem Winter, der neben dem Studium der Geheimnisse der Luftfahrzeugtechnik dem Laufsport gewidmet war, stand mein erster Wettkampf ins Haus. In Oberwart fanden im Inform Stadion die Landesmeisterschaften im Cross Country Lauf statt. Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen sollte. Von meinem Trainer und Erzieher Joachim wurde ich in neue Lauhosen gesteckt, die mich an Strumphosen mittelalterlicher Minnesänger erinnerten, und es wurde mir ein Paar Geländelaufschuhe an die Füße geschnallt. Da das Starterfeld stark war und auch der amtierende Staatsmeister sich angemeldet hatte, wurde vom Neuling nicht viel erwartet. Am Start war die Unruhe der Läufer spürbar. Ich hatte mich ganz hinten in der Gruppe eingereiht, wie es sich für ein Greenhorn gehört. Dann der Startschuss, das Feld setzte sich sofort in Bewegung, ich trottete etwas verzweifelt hinterher. Mein Trainer hatte mir eingeschärft, nur ja nicht zu schnell zu starten

und meine Kräfte gut einzuteilen. Leicht gesagt, ich hatte keine Wettkampferfahrung und daher keinen blassen Schimmer davon, wie ich meine Kräfte einteilen sollte. Ich begann also zaghaft damit, die vor mir liegenden Läufer zu überholen. Ich hatte sie zuerst im Verdacht, im sogenannten Einteilen der Kräfte professioneller zu sein als ich. Doch dann stellte sich heraus, dass sie einfach langsamer waren. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Also versuchte ich von nun an, so viele Gegner wie möglich zu überholen. Und dann war nur mehr einer vor mir, der von mir so gefürchtete Staatsmeister. Ich hatte ihn eingeholt und zum ersten Mal hörte ich bei einer Sportveranstaltung meinen Namen über den Lautsprecher. Der Moderator versuchte, dem Zweikampf eine besonders dramatische Note zu geben. Wir hatten uns sehr rasch weit vom übrigen Feld abgesetzt und befanden uns im letzten Drittel der letzten Runde, als der junge Staatsmeister sein Tempo verschärfte - und ich konnte tatsächlich mithalten. Doch dann die letzten 100 m, mir war völlig unbegreilich, wie der junge Mann jetzt noch einen Sprint mit diesem Tempo schaffen konnte. Mein Kopf wollte da unbedingt mit, doch die Beine hoben sich einfach nicht mehr. Das war es also, die Kraft einteilen. Ich wurde Zweiter. Der erste meiner vielen Vizelandesmeistertitel auf allen möglichen Distanzen. Immer war es ein Staatsmeister, der vor mir ins Ziel kam. Gewinnen konnte ich jedoch beim Straßenlauf, und das hat mir mit dem Training und der Vorbereitung viel gegeben. 25 Ich war kein herausragender Sportler, kein besonderes Ausnahmetalent oder eine Berühmtheit in der Läuferszene, bei weitem nicht. Doch das Auseinandersetzen mit dem Training, mit Belastungen und Pausen, mit der Notwendigkeit des Durchhaltens und mit dem über sich Hinauswachsen im Wettkampf, hat mir für das Leben unendlich viel gegeben.

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