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Geldschwemme lässt den Euro schmelzen

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Sparer und Franken-Kreditnehmer sind die Opfer der EZB-Weichwährungspolitik

4 Wirtschaft Neue Freie

4 Wirtschaft Neue Freie Zeitung „Griechen-Urlaub vom Euro keine Katastrophe!“ Der Steirer Robert Holzmann ist Professor für Volkswirtschaft und war 14 Jahre lang in Spitzenfunktionen bei der Weltbank tätig, darunter als amtierender Vizepräsident und Direktor für Soziale Sicherheit und Arbeit. Im NFZ-Interview äußert er sich skeptisch über die Erfolgsaussichten des EZB-Anleihenprogramms. Ein Schrumpfen der Euro-Zone schließt er nicht aus. Thema der Woche Die Europäische Zentralbank bringt den Euro zum Schmelzen. Leidtragende sind Sparer und Franken-Kreditnehmer. Wie beurteilen Sie den aktuellen Schritt der EZB, Staatsanleihen im Ausmaß von 1,14 Billionen Euro aufkaufen zu wollen Robert Holzmann: Das ist eine sehr riskante Strategie, um Deflation und Stagnation im Euro-Raum zu vermeiden. Für sich ist sie wahrscheinlich unzureichend und es müssten umfassende Reformschritte in den Mitgliedsländern gesetzt werden. Diese könnten aber durch die Massnahmen der EZB angehalten werden, Reformen eben nicht zu setzten und zuzuwarten. Nur wenn sich die erhöhte Geldmenge auch in Investitionen und nicht nur Konsumausgaben übersetzt, können wichtige und langfristige Wachstumsanstöße gegeben werden. Wäre man um ein Qantitative Easing herum gekommen Ja, wenn die Euro-Länder selbst und schon früher Strukturreformen und wachstumspolitische Maßnahmen umgesetzt hätten. Angesichts der offenbar bewusst betriebenen Schwächung des Euro: Wie sind die Auswirkungen dieser Politik auf Österreich Holzmann: Die Schwächung des Euro ist zu begrüßen: Es ist für die Exporte gut und eine leichte Inflation durch erhöhte Importpreise nützlich. Dies mag vorübergehend für Sparer nicht gut sein, wird aber bei Erfolg zu einer früheren Erhöhung der Zinsen Foto: Michael Gruber / EXPA / APA Picturedesk „Ehemalige Systemparteien werden verlieren.“ und einer stabilen Erhöhung der Finanzmarkterträge führen. Ist der Erhalt des Euro alternativlos oder wäre eine geordnete Rückkehr zu nationalen Währungen oder kleineren Währungszonen (Nord-/Süd-Euro) denkbar Holzmann: Es ist immer gut, über Alternativen nachzudenken, ich glaube aber, im Moment gibt es keine guten Alternativen. Dass Griechenland unter Umständen „Urlaub vom Euro“ machen muss, würde wahrscheinlich zu keiner Katastrophe führen. Dass die Eurozone nach turbulenten Jahren auf weniger Länder im Norden schrumpft, kann auch nicht ausgeschlossen werden. Dabei könnte jedoch das Projekt der EU – und ähnlicher europäischer Konstrukte – in Gefahr geraten. Dies politisch anzustreben, ist derzeit nicht sinnvoll. Welche politischen Folgen sind durch die sich nun wieder verschärfende Krise zu erwarten Droht dem bisher tonangebenden Establishment aus bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien die Abwahl Holzmann: Die griechische und – wahrscheinlich – die spanische Entwicklung wird den politischen und ökonomischen Diskurs in Europa beleben, aber hoffentlich nicht allein von linker Seite. Die ehemaligen Systemparteien werden dabei verlieren. Ob andere Parteien davon profitieren können und sich in den politischen Diskurs einbringen, hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich mit guten Ideen zu artikulieren. Ganzes Interview: www.fpoe.at Prof. Robert Holzmann hält die EZB-Strategie für „sehr riskant“. Fotomontage: © Claudio Divizia – Fotolia.com; © picadillu – Fotolia.com

Nr. 5 ■ Donnerstag, 29. Jänner 2015 Wirtschaft 5 Foto: Tubezlob So reißt der Euro die Bürger in den Abgrund Die EZB macht die Gemeinschaftswährung weich wie die Lira Der Euro ist seit Wochen auf Talfahrt. Die Krisenstaaten – allen voran Griechenland – bekommen die Schulden nicht in den Griff. Die Wirtschaft stagniert. Die Europäische Zentralbank will den Markt mit mehr als 1,1 Billionen Euro fluten. Doch ob sich die gewünschten Folgen einstellen, ist höchst fraglich. „Jetzt haben wir eigentlich unser letztes Pulver verschossen“, kommentierte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny überraschend offen die Entscheidung der EZB, Staatsanleihen im Ausmaß von 1,140.000.000.000 (1,14 Billionen) Euro aufzukaufen und billiges Geld vor allem in die Banken zu pumpen. Auf diese Weise sollen die Geldinstitute animiert werden, mehr Kredite zu vergeben. Die Wirtschaft soll wieder wachsen, dadurch auch die derzeit um die Nulllinie pendelnde Inflation. Gewünschte Effekte: Mehr Arbeitsplätze, höhere Löhne und über die Inflation auch ein Schrumpfen der Staatsschulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der Staaten. Der Weg in die Schuldenunion Doch der Schuss kann genausogut nach hinten losgehen, wie der freiheitliche Delegationsleiter Harald Vilimsky beschreibt (siehe Kommentar rechts). Schon jetzt herrscht kein Geldmangel, Unternehmen und Konsumenten investieren nur aus Sorge um die ungewisse Zukunft nicht. Das Geld landet in der Hand von Spekulanten, die zwar die Börsenkurse nach oben treiben, jedoch abgekoppelt von der Realwirtschaft agieren. Krisenstaaten könnten sich verleitet sehen, Reformen zu vermeiden, und dadurch noch weiter Richtung Pleite schlittern. Die EZB säße auf einem unermesslichen, nicht mehr eintreibbaren Schuldenberg. Die Umverteilung von wirtschaftlich besser aufgestellten Staaten in die Krisenländer fände in noch größerem Ausmaß statt – die EU als Schuldenunion wäre perfekt. HC Strache appelliert an EuGH „Damit überschreitet die EZB massiv ihr Mandat und wird zu einer demokratisch nicht legitimierten Schattenregierung Europas“, kritisiert FPÖ-Obmann HC Strache die EZB-Entscheidung. Der Europäische Gerichtshof müsse das Programm dringend stoppen, denn in Wahrheit handle es sich um eine illegale Staatsfinanzierung durch die EZB. Österreichs Bürger werden durch die EZB massiv belastet. Leidtragende sind die Sparer. Sie bekommen kaum ein halbes Prozent Zinsen – wesentlich weniger, als ihnen die Inflation wegfrisst. Dieser Effekt wird sich noch verstärken, sollte die angestrebte Geldentwertung tatsächlich eintreten. Ganz besonders betroffen sich auch all jene, Nach EZB-Entscheidung: Frankreich feiert, Deutschland zahlt „Die EZB wird ihrer Rolle gerecht, wenn sie die Arbeitslosigkeit bekämpft und dem Wachstum Vorrang gibt.“ Frankreichs Staatspräsident François Hollande „Das schleppende Wachstum in Europa geht letztlich auf eine hohe Verschuldung und einen Mangel an Wettbewerbsfähigkeit in einzelnen Ländern zurück.“ Deutschlands Bundesbankpräsident Jens Weidmann die ihre Immobilien im Schweizer Franken finanziert haben. Durch die EZB-Politik verliert der Euro beständig an Wert, ganz besonders im Verhältnis zum robusten Franken. Die Schweizer Nationalbank konnte den fixierten Kurs nicht mehr halten. 150.000 Kreditnehmer hatten auf einen Schlag um 20 Prozent mehr Schulden. RfW mit Servicestelle Die Banken, die diese Finanzierungsform vielfach selbst vorgeschlagen haben, sind auf Tauchstation. Dabei warnen Experten, das Problem auf die lange Bank zu schieben. „35 Milliarden Euro, die auf einen Schlag um 7,5 Milliarden mehr geworden sind, sind ein gesamt-volkswirtschaftliches Problem“, warnt Finanz-Ombudsmann Unterstützen die Unternehmer: Matthias Krenn, Gerald Zmuegg und Elmar Pogorschek (von links). Gerald Zmuegg, der an der Seite von RfW-Bundesobmann Matthias Krenn und FPÖ-Budgetsprecher Elmar Podgorschek Beratung für betroffene Unternehmer anbot. Der RfW hat eine Servicestelle eingerichtet, die bei dringend gebotenen Verhandlungen mit den Banken helfen soll (Anfragen an lengauer@rfw.at). Alexander Höferl Foto: Robert Lizar Foto: Deutsche Bundesbank Foto: NFZ Harald Vilimsky EU-Delegationsleiter der FPÖ POLITIK ANALYSIERT Die EZB unter ihrem Boss Mario Draghi, dem Ex-Banker bei Goldman Sachs, flutet also Europa mit Geld, viel Geld: 1,1 Billionen Euro sollen bis September 2016 via Ankauf von Staatsanleihen in die Märkte gepumpt werden. Was heißt das Danke, Mario Draghi! 1. Die Mega-Geldschwemme wird nichts bewirken. Das Geld braucht niemand wirklich, denn schon jetzt ist mehr als genug Liquidität da. Trotzdem wird zu wenig investiert und konsumiert, um die Wirtschaft anzukurbeln. 2. Was passiert dann mit dem vielen Geld Ganz einfach: Es landet über die Banken im globalen Finanzcasino und in der Immobilienspekulation, um Renditen abzuwerfen. Dort werden die Blasen größer und größer, das Crash-Risiko steigt massiv. 3. Für Südeuropas Krisenländer ist die Botschaft klar: Es braucht keine Reformen und kein Sparen, da ohnehin jederzeit Geld nachgeschossen wird. Bestraft werden also die Gläubiger, belohnt werden die Schuldner. 4. Der Abwertungswettlauf wird beschleunigt, der Euro wird weicher und weicher werden. Man kann das Ganze aber auch so sehen: Mit dem jüngsten EZB-Beschluss erhöht der Zocker Draghi das Risiko noch einmal gewaltig. Beim Versuch, den Euro an die Wand zu fahren, wirkt die jüngste Aktion wie ein kräftiger Tritt aufs Gaspedal. Alles geschieht unter Beerdigung der eigenen Prinzipien der Währungsunion. Und wenn erst der Euro crasht, dann könnte auch die Europäische Union fallen – zumindest in ihrer bisherigen, renovierungsbedürftigen Form. Somit: Danke, Mario Draghi!

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