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FPÖ-ÖVP Regierungsprogramm 2017-2022

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Regierungsprogramm 20172022 • Verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln (Fleischprodukte, Milch, Eiprodukte, verarbeitete Produkte und Milchprodukte) nach dem Vorbild Frankreichs zunächst auf nationaler, später auf EU-Ebene • Verpflichtende nationale Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (öffentlich und privat) • Anreizsysteme zur Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eiern in der Gastronomie • Präzisierung der nationalen Bezeichnungsregelung für vegetarische und vegane Lebensmittel und konsequentes Vorgehen gegen irreführende Kennzeichnung in diesem Zusammenhang • Überarbeitung der AMA-Gütesiegel-Richtlinien im Hinblick auf palmölfreie Produkte und lückenlose Transparenzregelung für AMA-Gütesiegel bei zusammengesetzten Lebensmitteln unter Berücksichtigung der bäuerlichen Urproduktion • Umsetzung einer EU-konformen Lösung zur Wahrung der Interessen der echten historischen steirisch-slowenischen Doppelbesitzer (Gleichenberger Abkommen) • Konsequente Weiterverfolgung der österreichischen Qualitätsstrategie in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft −− Umsetzung der Qualitätsangabe „Bergerzeugnis“ und Qualitätsstrategie für Almprodukte konsequent weiterverfolgen −− Etablierung einer national und international einheitlichen Dachmarken-Strategie • Bürokratieabbau und Kompetenzbündelung im Bereich Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen −− Mehrgleisigkeiten bei amtlichen und privatrechtlichen Kontrollen vermeiden −− Effektive Zusammenarbeit der zuständigen Behörden stärken −− Verbesserung des Partizipationsprozesses für eine erfolgreiche Risikokommunikation • Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur Sicherstellung von Großtierpraxen • Mehr Bewusstsein für Lebensmittel und Ernährung schaffen −− Ernährungskompetenz und Verbraucherbildung in der Lehrerausbildung besser verankern (Schulfach Ernährungskompetenz und Verbraucherbildung als Schulversuch) • Eigenständiges land- und forstwirtschaftliches Bildungs- und Forschungssystem –Fachschulen, höhere Schulen bis hin zum hochschulischen Angebot (z.B. Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik oder neue Agrar-Fachhochschule) – nachhaltig absichern −− Förderung der optimalen Vernetzung zwischen Bildung, Wissenschaft und Praxis in den Themen Umwelt, Klima, Energie und Tierwohl, um zukünftige Herausforderungen (Klimawandel, Dürre etc.) zu bewältigen • Forschungstätigkeit zur Erhaltung der Insektenvielfalt – darauf aufbauend Maßnahmen im Rahmen einer Biodiversitätsstrategie • Anti-Gentechnik-Rabatt auf EU-Ebene für gentechnikfreie Staaten im Anbau Einrichtung einer Task-Force „Zukunft Landwirtschaft und Lebensräume“ Zur Sicherstellung einer partnerschaftlichen, fairen und konstruktiven Zusammenarbeit wird eine permanente Task-Force „Zukunft Landwirtschaft und Lebensräume“ eingerichtet, in der für die Land- und Forstwirtschaft zentrale Themenstellungen ausdiskutiert werden. Dazu werden ausgewählte unabhängige Expertinnen und Experten hinzugezogen. Dadurch soll eine sachlich und rechtlich fundierte Arbeitsweise gewährleistet werden. • Einrichtung einer Task-Force zur Behandlung der für die Zukunft unserer Land- und Forstwirtschaft zentralen Themenstellungen. Dazu zählen: −− Langfristige Ausrichtung der GAP – Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 −− Aufrechterhaltung der flächendeckenden Bewirtschaftung und Produktion mit besonderem Augenmerk auf sensible Sektoren Seite 162

Regierungsprogramm 20172022 −− Einheitswert und Sozialversicherung −− Herkunftskennzeichnung und Evaluierung AMA-Gütesiegel und AMA-Marketing −− Weiterentwicklung der AMA −− Weiterentwicklung der Elementarrisikoversicherungen Bekenntnis zu chancengleichen regionalen Lebensräumen – Ansiedelungen forcieren und Infrastruktur ausbauen – Mobilität fördern Wir bekennen uns zum Erhalt sowie zur Förderung und Entwicklung des ländlichen Raums. Um den ländlichen Raum zu stärken, müssen die Chancen der Digitalisierung genutzt und die Mobilität verbessert werden. Darüber hinaus muss für einen Breitband-Ausbau gesorgt werden, um mehr hochwertige Arbeitsplätze in den Regionen zu ermöglichen. Außerdem macht sich die Bundesregierung für die Umsetzung des Strategieplans für den ländlichen Raum stark, der sich die Verlagerung einzelner Bundesbehörden in – insbesondere strukturschwache – Regionen zum Ziel gesetzt hat. • Weitere Konkretisierung und konsequente Umsetzung des Masterplans „ländlicher Raum“ durch die Bundesregierung • Durch Reformen der Gewerbeordnung, des Betriebs- und Anlagenrechts und zusätzliche Impulse die Erhaltung bzw. die Ansiedelung neuer Betriebe in ländlichen Gebieten unterstützen • Reorganisation der Österreichischen Raumordnungskonferenz • Erarbeitung und Beschluss eines umfassenden Infrastruktur- und Raumordnungsplans in Zusammenarbeit mit Ländern und Gemeinden −− Flächenverbrauch verantwortungsvoll steuern, Flächenverlust/-versiegelung reduzieren −− Maßnahmen zur Aktivierung von bestehenden, nicht genutzten Betriebsflächen und Wohngebäuden (Anreize zur Nutzung) • Verstärkte Gemeindekooperationen und Aufbau von Gemeindekompetenzzentren, effiziente Nutzung von Ressourcen und Reduzierung von bürokratischem Aufwand • Forcierung von Anreizsystemen und Abbau von Barrieren für die interkommunale Zusammenarbeit (z.B. Umsatzsteuerpflicht bei Gemeindekooperationen) • Verbesserungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen zur Gründung und Umgründung von Gemeindekooperationsprojekten und Strukturgenossenschaften • Evaluierung der Eisenbahnkreuzungsverordnung • Erleichterungen bei der Gründung von gemeinnützigen Mobilitätslösungen • Schaffung von leistbarem Wohnraum • Absicherung und Stärkung des bestehenden Strukturfonds • Absicherung der Siedlungswasserwirtschaft • In Absprache mit Ländern und Gemeinden Ansiedelung nachgelagerter Stellen des Bundes in strukturschwachen Regionen • Nachhaltiger Ausbau der ländlichen Infrastruktur, insbesondere bei Mobilfunk und Breitbandzugang −− Enge planerische und operative Abstimmung der Breitbandmaßnahmen des Bundes und der Bundesländer −− Flächendeckende Grundversorgung mit Breitband durch einen sinnvollen Mix aus wirtschaftlich umsetzbaren Glasfasernetzen bis zum Haushalt sowie Nutzung von Funkund anderen Technologien zur kurzfristigen Verbesserung der flächendeckenden Grundversorgung (unter Beachtung bundeslandspezifischer Maßnahmen und Programme) • Förderung der Regionalisierung im öffentlichen Bereich (Beschaffungswesen) −− Paradigmenwechsel vom Billigstbieter- zum Bestbieterprinzip zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung, speziell für Lebensmittel Seite 163

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